Messenger – mehr als nur eine Nachricht

Homeschooling über Messenger

Die Grundsäule für erfolgreichen Onlineunterricht ist eine einfache Kommunikation. Lehrende und Lernende sollten hierfür immer den selben Kanal nutzen, um ein Kommunikationschaos zu vermeiden. Es muss eine Plattform gewählt werden, die für beide Gruppen leicht zugänglich ist. An dieser Stelle bietet sich die Nutzung von Messengerdiensten stark an.

Grundsätzlich war die Nutzung dieser Anwendungen für unterrichtliche Zwecke verboten, doch mit dem kultusministeriellen Schreiben über den Einsatz digitaler Medien vom 12.03.2020 wurden datenschutzfreundliche Messenger-Dienste wie zum Beispiel Threema oder Signal im Falle einer Schulschließung erlaubt. Ob diese Lockerung nach der Wiederöffnung der Schulen gekippt wird, ist abzuwarten. Dies wäre sehr bedauernswert, denn der Einsatz von Messenger bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten und kann sowohl das Leben der LehrerInnen als auch der SchülerInnen einfacher machen.

Eine Vielzahl von Möglichkeiten

Messenger-Diensten bietet viel mehr als nur den Versand von Textnachrichten an Einzelpersonen. Durch die Erstellung von Klassen- und Kursgruppen geht die unterrichtliche Organisation leicht von der Hand. Absprachen können getroffen werden, Fragen und Probleme können thematisiert werden aber auch allgemeines Feedback findet Platz in Gruppenchats. Es können darüberhinaus auch Dateien versendet werden. Arbeitsaufträge, Audio-Dateien, Film-Dateien und auch Lösungsblätter können dem Schüler direkt auf das Handy geschickt werden und auch prompt von dort geöffnet werden. Die Lehrkraft kann als Sender, das Lernangebot seinen Schülern auf schnellstem Wege zu kommen lassen.

Auf der anderen Seite können auch die SchülerInnen ihre Lernerfolge sofort bereitstellen. Dies kann vom einfachen Abfotografieren der erledigten Arbeitsaufträge bis zu Sprachaufnahmen gehen. Der Lehrer oder die Lehrerin kann die Schülerarbeiten bewerten und über den Messenger die korrigierten Arbeitsaufträge verschicken oder auch mündliches Feedback über Sprachnachrichten geben. Vor allem die Möglichkeit der mündlichen Sprachproduktion ist sehr gewinnbringend für den Fremdsprachenunterricht zur Zeiten der Schulschließung. Die Anwendung eines Messengers kann der unterrichtlichen Forderung nach individualisierten Feedback voll nachkommen.

Quelle: eigene Darstellung

Tipps & Tricks

Um das Potential eines Messenger-Dienstes für das Homeschooling erfolgreich auszuschöpfen, sollten folgende Rahmenbedingungen geschaffen werden. Zunächst sollten alle Eltern über den Einsatz vorab informiert und aufgeklärt werden. Der Unterricht über eine Messenger-Plattform kann schnell unübersichtlich werden, wenn alles nur über das Smartphone läuft. Deshalb ist es ratsam, sich die Desktop-App des jeweiligen Messenger-Dienstes auf den Computer zu laden. Dies erleichtert den Überblick ungemein. Nachrichten können schnell beantwortet werden, Arbeitsaufträge direkt korrigiert werden und Dateien barrierefrei verschickt werden. Auch wenn sie für die SchüerInnen über ihr Mobiltelefon grundsätzlich immer erreichbar sind, sollten sie darauf achten, feste “Bürozeiten” zu etablieren und diese auch ihren Schülern zu kommunizieren. Den Schülern muss klar sein, dass sie um 23 Uhr nicht postwendend eine Antwort auf ihre Fragen bekommen.

Sinnvolle Smartphonenutzung

Unterricht über einen Messenger-Dienst besticht durch seine Einfachheit und seine Vielzahl an Möglichkeiten. Ab der Sekundärstufe I ist eine Nutzung für unterrichtliche Zwecke denkbar. Hier besitzen fast alle SchülerInnen ein eigenes Smartphone oder haben Zugang zu Geräten. Sie lernen dadurch den sinnvollen Einsatz eines Handys. Zudem wird das Smartphone zum Zentrum der Bearbeitung der schulischen Aufgaben während der Schulschließung. Der elterliche Computer wird nicht blockiert und kann weiterhin – wie in vielen Fällen nötig – für das Home-Office verwendet werden.

Homeschooling über Messenger
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