Grundschüler drehen einen eigenen Werbespot

Zielgruppe: 3. Klasse Grundschule

Dauer: ca. 10 Schulstunden

Ergebnisse: 4 Werbefilme

Ausstattung: 2 Kameras, PC mit MAGIX Video Deluxe

Vorbereitung

Im Heimat- und Sachunterricht haben wir uns viel mit dem Thema Medien und Werbung beschäftigt. Nachdem die Grundlagen gelegt waren und die Schüler ausreichend Grundwissen über Werbung und deren Funktionsweise erworben hatten, wollten wir nun selbst tätig werden und einen Werbespot drehen.

Das beworbene Produkt sollte real existieren und im Idealfall selbst hergestellt werden. Somit fiel die Wahl auf eine selbstgemachte Limonade.

Durchführung

Um jedem Schüler Mitbestimmung und -gestaltung zu ermöglichen, wurde die Klasse in vier Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe sollte ein eigenständiges Produkt entwickeln und dafür auch einen eigenen Werbefilm drehen. Das bedurfte während der Entwurfsphase natürlich äußerster Geheimhaltung, um Ideen und Konzepte vor den Spionen der anderen Gruppen zu schützen. Somit herrschte eine Art Konkurrenzkampf wie in der freien Wirtschaft, was die Schüler sehr motivierte.

Zunächst entwickelte jede Gruppe ein eigenes Rezept für deren Limo bestehend aus den Grundzutaten Orangen, Zitronen, Minze und Honig. Dabei musste natürlich auch auf die gewünschte Zielgruppe Rücksicht genommen werden. Wir hatten uns überlegt, die verschiedenen Limonaden beim anstehenden Sportfest der Schule auszuschenken. Daher musste das Produkt für Kinder und Sportler attraktiv sein.

Für diese Limo musste auch ein Produktname gefunden, ein Logo entwickelt und das passende Etikett entworfen werden. Ein Einblick in die Wirkung von Farben und Werbewörtern erleichterte diesen Prozess. Dies erforderte allerdings viel Kooperation und Kommunikation unter den Gruppenmitgliedern. Man konnte sich meist jedoch schnell einigen und die Etiketten für die Limonadenflaschen konnten sich am Ende sehen lassen.

Nach Analyse von Werbespots auf deren Aufbau und die dahinterstehenden Werbetricks entwickelten die Gruppen eine kleine Geschichte, die in einem Storyboard festgehalten wurde. Dies war die Grundlage für den Filmdreh. Daher mussten auch schon Texte, Kameraeinstellungen und eventuelle Geräusche und Musik geplant werden. Da es sehr schwer fiel, aus dem Nichts eine passende Idee für eine Werbung zu entwickeln, habe ich den Kindern ein einfaches Raster an die Hand gegeben:

  1. Situation vorher (müde, gelangweilt, traurig etc.)
  2. Die Limo kommt ins Spiel und entfaltet ihre Wirkung
  3. Situation nachher (lustig, heiter, Spaß, Erfolg etc.)

Anhand dieser Struktur entstanden die Geschichten aller vier Gruppen.

Nun konnte es endlich losgehen. Zum Drehtag wurden benötigte Requisiten mitgebracht, Drehorte gesucht und Texte auswendig gelernt. Nach einer Einführung in die Basisfunktionen der Videokameras (Aufnahme, Zoom, Einstellungen am Stativ) begannen die Dreharbeiten am Schulgelände. Da nur zwei Kameras zur Verfügung standen, hatten immer zwei Gruppen Zeit zu üben oder den anderen Gruppen beispielsweise als Kameramann zu assistieren.

 

So entstanden in hauptsächlich eigenständiger Dreharbeit die Rohdaten für alle vier Filme. Ich gab als Lehrer meist nur Tipps, verbesserte Kameraeinstellungen oder diente als Assistent. Viel Arbeit lag jedoch noch vor mir. Die Einführung in das Schnittprogramm, das Aussuchen GEMA-freier Musik und Auswahl passender Hintergrundgeräusche hätte meinen unterrichtlichen Rahmen gesprengt. Daher übernahm ich die Fertigstellung der Filme und ließ die Ergebnisse von den Schülern absegnen. Einzelne Lieder und Schnittsequenzen wurden so noch nach den Wünschen der Gruppen abgeändert.

Sichtlich stolz präsentierte die Klasse ihre Filme beim Sportfest der Schule und schenkte anschließend die beworbenen Limonaden als gesundes Erfrischungsgetränk für alle Sportler aus.

Leiming - Fühl dich gesund
Power Limo
Zitrus Shower - Die Kraft der Natur
Lini - frisch für jeden

Evaluation

Abschließend kann ich sagen, dass dieses Projekt den Schülern unglaublich viel Freude bereitet hat und sie durch eigene Erfahrung viel über den Prozess einer Werbekampagne gelernt haben. Der Aufwand für einen 30sekündigen Werbespot war den Kindern vorher mit Sicherheit nicht so klar. Durch den produktiven und weitgehend eigenständigen Umgang mit Videokameras und Einblick in Schnitt und Nachbearbeitung haben sie einen Schritt in Richtung Medienkompetenz gemacht. Zudem lernten sie, welche Mittel benutzt werden, um andere zu manipulieren und zum Kauf eines Produkts zu animieren. Somit hoffe ich, dass sie auch selbst nicht mehr so häufig auf die Tricks der Werbeindustrie hereinfallen werden.

Da unsere Schule leider im Bereich Videoaufnahme und Schnitt nur sehr schwach ausgestattet ist, konnten keine hochauflösenden Filme produziert werden, wie es in der heutigen Zeit vielleicht erwartet wird. Jedoch entstanden auch mit diesen einfachen Mitteln durchaus sehenswerte Ergebnisse. Am Ende haben die Schüler Grundlagen für den produktiven Umgang mit Medien erhalten und das ist es, was zählt.

Schlagwörter: Video

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