Digitale Kreidezeit im Kunstunterricht

Kurzbeschreibung

Schüler/innen der Oberstufe gestalten Stop-Motion-videos im Fach Kunst mit Tafel, Kreide und Handy.

Benötigtes Material:

  1. Beamer und PC um Einstiegsfilm zu zeigen
  2. pro Schüler/in ein Bogen Papier ca. A3
  3. pro Schüler/in ein Bleistift
  4. Schülerhandys („Bring your own device“) oder Tabletkoffer mit Stop-Motion-Programmen
  5. pro Schüler/in ein Tafelfeld ca. 50×50 cm
  6. Tafelkreide, ggf. farbig

 

Einstieg:

Als Einstieg schaut sich der Oberstufenkurs das Video „Die Heilung“ von Dominik Schmidt (https://www.youtube.com/watch?v=a5jiLYU1WHM) an. Es wird anhand des Videos die Technik von Stopp-Motion-Filmen erklärt und im Unterrichtsgespräch diskutiert, welche künstlerischen Vorteile und Nachteile Videos gegenüber von klassischen Bildmedien haben (Bewegungen um die Aufmerksamkeit auf Bildbereiche zu lenken; wechselnder Kamerafokus um Aufmerksamkeit zu steuern; zeitliche Abfolge, die visuellen Erzählstrang ermöglicht und erfordert vs. höherer Aufwand, weil viele Bilder nötig;  genaue Planung statt freies Ausprobieren).

Anschließend werden Vorschläge gesammelt, zu welchem Themenkomplex eine eigene Filmerfindungen möglich und sinnvoll wären, sodass bei einer Ausstellung ein Gesamtkonzept zu erkennen ist, aber genügend gestalterischer Freiraum für jede Schülerin/ jeden Schüler bleibt. Im vorliegenden Beispiel entschied sich der Kurs für das Überthema „Gefühle“, vorgeschlagen waren jedoch u.a. auch „Farben“ oder „Lieder“.

 

Erarbeitung 1: Vorbereitung

Jede Schülerin/ jeder Schüler erhält ein konkretes Unterthema (z.B. „Bedauern“, „Vorfreude“). Im Sinne der Fairness bietet sich das Losverfahren an.

Dann erstellen die Schüler/innen zeichnerisch und schriftlich Ideenskizzenblätter zum eigenen Thema und entwickeln daraus eine Bildabfolge und einen Plan für die Abläufe im Video, also eine Art Storyboard.

Extrem wichtig für diesen Schritt: Hinweise an die Schüler/innen in der Einzelbetreuung, dass möglichst unaufwändige Bilder erfunden werden müssen, denn pro Sekunde Film benötigt man mindestens 14 Einzelzeichnungen.

 

Erarbeitung 2: Filmen

Die Schüler/innen erstellen die Videos mithilfe von Tafeln, Kreide und Schülerhandys.

Dazu werden Stationen aufgebaut, die das Handy in einer festen Distanz zur Tafel halten (mithilfe von Tischen nahe der  Tafel und Büchern, zwischen die das Handy aufgestellt geklemmt wird). Zur Vereinfachung wird ein bestimmter Tafelbereich definiert. Markierungen auf dem Boden helfen die selbe Position für Tisch und Handy bei einer Folgestunde wiederherzustellen.

Mit Kreide werden die Bilder auf die Tafel gezeichnet und teilweise wieder entfernt und neu gezeichnet um eine Bewegung zu generieren. Jedes Einzelbild wird zur Sicherheit zweimal fotografiert.

Verschiedene Handys bieten die Möglichkeit die Einzelfotos gleich zu Filmen zu machen (z.B.  IPhone: „Stop Motion Studio App“, Android-Handys „Stop-Motion“). Alternativ kann man die Filme auch am PC erstellen, indem man die Fotos in einer Cloud speichert und am PC in das Freeware Programm MonkeyJam lädt. Letzteres ist jedoch deutlich aufwändiger.

Wichter Hinweis: Manche Handys und Tablets ändern mit dem Autofokus auch die Bildgröße, was im fertigen Film zu wackeln führt. Das kann zwar auch als gestalterisches Mittel eingesetzt werden (z.B. mit der richtigen Musik sehr gut wirken), aber muss bewusst gemacht und ggf. ausgeschalten werden.

Präsentation

Die fertigen Filme, ggf. mit Musik versehen, sind sehr schön auf Digitalen Schwarzen Brettern in Pausen, auf der Schulhomepage aber auch bei Ausstellungsabenden in Kojen, die man mit Stellwänden und tragbaren Beamern bauen kann, zu präsentieren.

Schlagwörter: Video