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The aliens have landed – how to make an English news report with six graders.

Medienbildung: die Schüler der 6. Klasse sollen step-by-step einen englischen Nachrichtenbericht oder eine Nachrichtensendung produzieren. Welche Kriterien sollten bei der Auswahl der Medien berücksichtigt werden? Bei mir schwingen i.d.R. die 4 Ks mit: Medien sollen immer Kreativität, kritisches Denken im Sinne von Hinterfragen, eine gute Kommunikation und die Kollaboration, also ein gutes Miteinander der Schüler, fördern. Taking everything into consideration: ich entschied mich zunächst für ein Audio-Projekt.

Inhalt: das Thema ist durch die Unit task der Unit 4, Green Line 2 (Klett Verlag) Stuttgart, 2018 vorgegeben. Ufos und Aliens sind im Park gelandet und werden von den Bewohnern beobachtet. Die Aliens machen sich in einem Süßigkeitenladen über Schokolade und Gummibärchen her und landen schließlich mit Bauchweh im Krankenhaus. Zur großen Freude der Menschen sind die Aliens friedlich und werden rasch gesund. Über dieses Plot hinaus, sollen/ dürfen die Schüler ihre eigenen kreativen Ideen einbringen (vgl. 4Ks Kreativität).

Rollenbesetzung: von den Autoren des Verlags werden 5 Rollen vorgeschlagen: 3 Augenzeugen, 1 Nachrichtensprecher und 1 Reporter vor Ort.

Vorüberlegungen zur Durchführung des Projekts: wegen der andauernden Covid-19 -Krise muss die häusliche bzw. familiäre Situation der Schüler berücksichtigt werden: 1. Wie sind die Familien mit digitalen Endgeräten ausgestattet? 2. Bekommen die Schüler vom Elternhaus Unterstützung, oder sind sie auf sich gestellt, z. B. weil die Eltern berufstätig sind oder sich um jüngere Geschwister kümmern müssen (vgl. 4Ks Kommunikation/ Kollaboration)? Bedingt durch die aktuelle Stay-at-Home-Culture erhalten die Schüler nicht die Hilfe des Lehrers und der Mitschüler, die sie vom Präsenzunterricht gewohnt sind. Daher empfiehlt es sich, die Schüler dort abzuholen, wo sie sich gerade befinden. Sie sollen bei der Wahl der Medien mitentscheiden dürfen, um je nach Niveau ggf. auch visuelle oder audiovisuelle Medienprodukte zu erstellen (vgl. 4Ks kritisches Denken). Bei der Rollenbesetzung muss vor allem den leistungsschwächeren Schülern zugestanden werden, die Geschichte lediglich aus einer Perspektive zu erzählen.

Durchführung des Projekts: über Teams wurden die Schüler in einer Klassenvideokonferenz über das Projekt und dessen Zielsetzung in Kenntnis gesetzt. Von der Audiodatei, über PowerPoint, Fotostory und Slideshow mit Moviemaker wurden verschiedene Möglichkeiten der Umsetzung diskutiert. Schüler, die weniger Medienerfahrung besaßen, waren sehr zufrieden eine Audiodatei zu erstellen, in der sie die Ufo-Geschichte aus der Perspektive des Augenzeugen erzählten. Lerneffekt: Schüler im zweiten Lernjahr sprechen flüssig ca. 2 – 3 Minuten in der Fremdsprache, üben mit der Stimme richtig zu modulieren und hören sich selber zu. Andere Schüler machten aus ihrem Audioprojekt ein Familienprojekt – Vater, Mutter und Geschwister wurden sinnvoll eingebunden. Sie bekamen eine Rolle zugewiesen, und die Dateien wurden mit Audioeditoren wie Audicity oder Reaper zusammengeschnitten. Auf der visuellen Ebene arbeiteten viele Schüler mit PowerPoint. Eine Schülerin entwarf eine schnittige Fotostory: sie selbst schlüpfte in die Rolle der Ärztin und untersuchte – adrett mit weißem Kittel und der aktuellen Corona-Maske – die Aliens (buntes Stoffgetier) im Krankenhaus (das Elternhaus). Die Fotos stellte sie in die PowerPoint und schrieb einen Text in englischer Sprache dazu. Lerneffekt: die Regeln der Bildgestaltung und Fotografie beachten und erzählerisch die Story aus der übergeordneten Position der Ärztin darstellen. Audiovisuelle Produkte erstellten Schüler, die von sich aus kreativ und motiviert waren, aber auch den notwenigen technical support der Familie bekamen. Hier kannten sich die Eltern mit Apps, wie z. B. TouchCast Studio aus, und waren auch bereit mit einer schauspielerischen Performance im Video mitzuwirken. TouchCast Studio ist eine App, mit der sich Videos – in diesem Fall eine Nachrichtensendung – vor dem entsprechenden Hintergrund – hier ein Nachrichtenstudio – produzieren lassen. Der Schüler sitzt also sehr professionell in einem “Nachrichtenstudio” und macht die Anmoderation zum alien report: “Good evening and welcome to the 9 o’ clock news…” Im Video wird der news report in kleinen Szenen nachgespielt. Lerneffekt: die Artikulationsfähigkeit wird erweitert, die schauspielerische Leistung trainiert, Kameraeinstellungen beim Videodreh werden ebenso geübt wie der Schnitt, und der Schüler lernt mit einer App umzugehen.

Licht- und Schattenseiten des Projekts: Überaus positiv war, dass tatsächlich die überwiegende Mehrheit der Schüler eine Arbeit eingereicht hatte. Sie waren motiviert, die Geschichte ideenreich auszugestalten. Was kann man machen, wenn Schüler im Verlauf des Projekts Fragen oder Probleme haben? Über Teams können die Schüler im Einzelchat von der Lehrkraft beraten werden. In einer Klassenvideokonferenz können sich die Schüler gegenseitig Tipps geben. Tatsächlich waren die Nachzügler am Ende auch bereit, einen Beitrag zu leisten. Allerdings sind jüngere Schüler beim Homeschooling tatsächlich auf den Einsatz der Eltern oder älterer Geschwister bei technisch aufwendigeren Projekten angewiesen. Ein weiterer Nachteil ist der Datenschutz (da hängt wie so oft der Hammer): es wäre schön gewesen, die digitalen Arbeiten der Schüler auf einer Plattform zu präsentieren, allerdings ist dies rechtlich ohne das Einverständnis der Eltern nicht möglich. Einziger Trost: wenn der Präsenzunterricht für die 6. Klassen beginnt, können die Schüler ihre Projekte im Klassenverband vorstellen.

Fazit: Schüler, die aus dem Alienprojekt ein Familienprojekt machten, hatten wahrscheinlich einen sehr unterhaltsamen und ereignisreichen Tag. Aus Sicht der Medienbildung unterstreicht dieser Tatbestand die Wichtigkeit der 4Ks bei Medienprojekten, vor allem eine gute Kommunikation und Kollaboration. Und doch: Schüler, die alleine arbeiten mussten aber motiviert waren, konnten mit technisch weniger aufwendigen Mitteln und der Unterstützung der Lehrkraft über Teams ebenfalls ein Produkt herstellen – z. B. ein Audio oder eine Fotostory – auf das ein Schüler der 6. Klasse stolz sein kann und worauf sich aufbauen lässt.

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