Das Bild, der Ton und das Netz

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14.03.2020

Coronavirus – gehe auf Distanz!

In Bayern wurde vergangenen Freitag eine nie dagewesene Maßnahme verkündet: Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, wurden landesweite Schulschließungen samt Betretungsverbot für Schüler bis 19.4.2020 verordnet. Dieses Betretungsverbot gilt ausdrücklich nicht für Lehrkräfte an den Schulen, die „in Absprache bzw. auf Anordnung der Schulleitung in dem Zeitraum des Betretungsverbots für die Schülerinnen und Schüler“ zu diversen dienstlichen Tätigkeiten herangezogen werden können.

Während es durchaus wünschenswert ist, dass wir Lehrkräfte auch während der Schulschließungen so weit wie möglich unserem pädagogischen Auftrag nachkommen und Schülerinnen und Schüler „aus der Ferne“ unterstützen, frage ich mich, ob es weise ist, den Schulleiterinnen und Schulleitern die Entscheidung über die Ausgestaltung dieser Arbeitszeit aufzubürden. Alleine aus meinem persönlichen Umfeld habe ich erfahren, dass drei unterschiedliche Schulen das Thema des Social Distancing bzw. der sozialen Distanznahme unterschiedlich handhaben: Die Spanne reicht von keiner Konferenz über zwei Gesamtkonferenzen mit ca. 80 KuK bis hin zu einer Auftaktkonferenz samt weiteren Planungstreffen im Zeitraum der Schulschließungen. Die Entscheidungen an den Schulen werden dabei jedoch vermutlich auf Basis des erwartbaren Risikos getroffen; das Problem dabei: Die Dunkelziffer der Infektionen ist nicht bekannt, viele Infektionen bleiben unerkannt. Im schlimmsten Fall fungiert eine Gesamtkonferenz als ein wirksamer Infektionsherd, der den Infektionsradius um die Konferenz herum auf 50-100km erweitert. Dies ist brandgefährlich, wie dieser Artikel überzeugend darlegt.

Wenn Sie als Schulleiterin oder Schulleiter diesen Beitrag lesen, überlegen Sie sich bitte, ob eine Gesamtkonferenz mit persönlichem Erscheinen der LuL unbedingt notwendig ist. Überlegen Sie sich, ob diese Konferenz nicht auch per Videokonferenz durchgeführt werden kann. Mein Video unten zeigt, wie dies mit einfachen Mitteln möglich ist.

Auch diejenigen, die nicht als SchulleiterINNEN mitlesen: Bleibt bitte auf Distanz. Beschränkt soziale Kontakte auf das absolute Minimum. Haltet Abstand. Wascht die Hände mit Seife. Haltet Abstand von vielgenutzten Oberflächen, wie Fahrstuhlknöpfen oder Türgriffen – alleine auf Stahl hält sich der Virus etwa 72 Stunden, vielleicht sogar bis zu neun Tage, andere Oberflächen könnten noch problematischer sein. Haltet unser Gesundheitssystem am laufen.

Je rigoroser wir nun als Gesellschaft handeln und den Kontakt untereinander einschränken, umso früher können die Maßnahmen gelockert werden.

Seid St. Louis:

Alle Grafiken stammen von https://www.perspective-daily.de/article/1181/2hWA1mB8

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