Medien und Schule

Das Bild, der Ton und das Netz

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15.02.2020

Mein erstes Mal… Edu-Breakout

Das bisschen Breakout macht sich von allein…

Der Gedanke einen Edu-Breakout durchzuführen geisterte mir spätestens seit einem Workshop von @MmeRaquette durch den Kopf. Als dann @georgschlamp1 dann noch einen Breakout auf seiner Seite zum Ausprobieren zur Verfügung stellte, gab es keine Ausreden mehr.

Derzeit behandle ich mit meiner Q11 Cory Doctorow’s Little Brother, einen dystopischen Young Adult Roman mit dem ich bereits gute Erfahrungen im Unterricht gemacht hatte. Ursprünglich hatte ich vor, den Breakout in den Weihnachtsferien zu erstellen, allerdings klappte dies zeitlich nicht. Stattdessen beschloss ich, meine SuS einzuspannen, um mich genüßlich auf den Früchten ihrer Arbeit auszuruhen (soweit die Theorie). Um auch andere LuL zu erfreuen, wollte ich, dass „mein“ Breakout 100% digital ablaufen kann, damit auch Andere ohne Vorbereitung in Form von Schatzkisten, Haspen, verschiedensten Schlössern und 17 verschiedenen Rätseln den Breakout umsetzen und ausprobieren können.

Nachdem wir in der Klasse @georgschlamp1s Breakout getestet hatten, präsentierte ich den SuS sodann eine grobe Plotidee die die Rätsel verknüpfen sollte. Die Planung und Ausgestaltung der Aufgaben übernahmen sodann die SuS in Kleingruppen (4 Unterrichtsstunden) und ich war lediglich moderierend tätig. Ich wollte die Rätsel dann schnell in OneNote zusammenführen und den Breakout fertigstellen.

… dachte ich

Diese Hoffnung erwies sich jedoch als Trugschluß. Zwar eignet sich OneNote sehr gut als Leitmedium für einen Breakout, …

  • Freigabe eines Notizbuches funktioniert tadellos
  • Spieler benötigen nur ein mobiles Endgerät samt Browser
  • Abschnitte lassen sich mit Passwort schützen, somit entfällt der Bedarf für Schlösser, etc.

… allerdings musste ich, obwohl die meisten Gruppen sehr sorgfältig gearbeitet hatten, fast alle Rätsel mehrfach auf Durchführbarkeit, Rechtschreib- und Grammatikfehler und logische Verknüpfung mit der – von mir noch zu schreibenden – Rahmenhandlung verknüpfen. Diese Arbeit fraß einige Stunden und auch im Probelauf entdeckte ich noch Fehler, bzw. unerwartete Probleme (z.B. zeigen manche iPhones OneNote Online nicht sauber an, Links wurden von QR-Reader nicht komplett als Link erkannt und führten damit in die Irre). Manche Rätsel waren aus Schülersicht schlicht unerwartet schwer.

Aus meiner Lehrersicht ergab sich auch das Problem, das die Rätsel weniger buchspezifisch waren, als ich es erhofft hatte und somit der Plot des Buches oder die Charakterkonstellation nur untergeordnet bzw. gar nicht aufgegriffen wurden. Auch die Ebene der Sprachkompetenz (im Sinne von Grammatik- oder Listening Challenges) war den SuS deutlich weniger wichtig als sie mir gewesen wäre.

Fazit

Ich bewerte den Breakout mit gemischten Gefühlen. Mein Ziel war es, einen universell einsetzbaren Breakout zu schaffen, der auf spielerische Art Kompetenzübungen mit Lektürearbeit verknüpft und dabei vielleicht sogar die SuS noch für Datenschutz sensibilisiert. Ausserdem sollte er leicht im Unterricht einsetzbar sein.

Ich glaube, diese Ziele konnte ich nur bedingt erreichen, was zum Einen natürlich daran lag, dass die SuS kreativ waren und nicht ich. Andererseits glaube ich, dass ein Problem des Breakouts gerade seine digitale Verankerung war, bzw. ist. Die SuS arbeiten permanent (also 60-90 Minuten) an ihrem mobilen Endgerät und verhalten sich dadurch z.B. deutlich weniger kommunikativ als während des Breakouts von @georgschlamp1, bei dem die Lehrkraft regelmäßig neue Materialien zur Verfügung stellt. Gleichzeitig entstanden durch anfängliche technische Barrieren (Handys müssen im Querformat genutzt werden, um die OneNote-Kapitel anzuzeigen) Frustrationsmomente, da die SuS nach Hinweisen suchten, die es gar nicht gab. Auch wurden GPS Links nicht von allen Endgeräten korrekt ausgelesen, weshalb ich in der Überarbeitung verstärkt zu Tinyurl.com gegriffen habe. Andere Rätsel scheinen nach wie vor sehr herausfordernd und stellen dadurch die SuS vor Probleme.

Zwei meiner Kollegen wollen den überarbeiteten Breakout kommende Woche durchführen – ich bin auf ihr Feedback und ihre Rückmeldung gespannt.

Schülersicht

Die SuS bewerteten den Breakout deutlich positiver als ich. Bei 19 abgegeben Feedback-Streifen wurde 14 mal die Note „gut“, eine „sehr gut“ und eine „befriedigend“ abgegeben. Die anderen Antworten waren ohne Note.

Die SuS schätzten die kreative Zusammenarbeit, die Struktur und das logische Zusammenspiel der Rätsel, die Aufgabenvielfalt und generell die Teamarbeit. Ebenfalls wurde die Eigenständigkeit der Aufgabengestaltung positiv vermerkt. Eine Antwort lautete wörtlich „Danke, dass sie sich Zeit dafür genommen haben, hat sehr viel Spaß gemacht.“

Kritisch sahen die SuS vor allem den hohen Schwierigkeitsgrad, insbesondere des Anfangsrätsels und z.T. die mangelnde Zusammenarbeit im Team. Da ein Teil der Stunde entfiel, konnten die SuS den Breakout nicht in der Schule fertig stellen und auch dies führte – in Kombination mit dem Umfang der Rätsel – zu Frustrationsmomenten.

Cory Doctorow, …

… der Autor von Little Brother, findet den Breakout auch ganz ansehnlich.

Der Breakout

… ist zu finden unter https://tinyurl.com/Little-Doctorow, das Passwort für die Teacher’s Notes lautet: „Doctorow“. Bei Fragen findet ihr mich auf Twitter als @obucate.

Der Breakout steht unter CC-BY-SA-NC 4.0 Lizenz.

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