Medien und Schule

Das Bild, der Ton und das Netz

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Schulradio: Schülerzeitungs-Killer oder -Retter?

In den meisten Schulen existiert eine – mehr oder weniger – etablierte und aktive Schülerzeitung, die in regelmäßigen Ausgaben das Schulleben aus der Sicht der Schülerinnen und Schüler begleitet.

Was bringt hier da noch ein zusätzliches Schulradio?

Soll so die altehrwürdige Instanz der – oft schon über viele Jahre gewachsenen – Schülerzeitung infrage gestellt werden?

Soll das Radio, beziehungsweise der Podcast im Internet, die Schülerzeitung ersetzen – wieder ein fragwürdiger Triumph der sogenannten „neuen Medien“?

Gerade die Kollegen, die mit Begeisterung und viel Engagement die Schülerzeitungen betreuen, dürften solche Bedenken, wenn nicht formuliert, dann zumindest gedacht haben.

Tatsächlich kann ich hier Entwarnung geben:

Die Schülerzeitung als Print-Medium hat Möglichkeiten, die sich dem Radio als rein auditives Medium nicht eröffnen, während das Schulradio einige andere Vorteile bietet, die ich hier aufzählen und erläutern möchte:

  • Hohe Aktualität:

Der geringe Zeitaufwand der direkten Produktion erlaubt es dem Schulradio, bei Bedarf sogar tagesaktuell zu berichten.

  • Geringe Kosten:

Die Veröffentlichung per se ist mit wenigen bis keinen Kosten verbunden. Die Veröffentlichung auf z.B. der Website der Schule selbst oder über Sammelseiten wie etwa www.schulradio-bayern.de sind ohne Zusatzkosten. Dies ermöglicht eine kostenlose Verbreitung an die Mitschüler.

  • Beteiligung von außen möglich:

Mit Umfragen, Interviews, Gewinnspielen etc. ist es einfach möglich, alle Mitglieder der Schulfamilie an der Programmgestaltung aktiv und direkt zu beteiligen. Hierdurch steigt auch die Motivation, sich mit der fertigen Sendung auseinander zu setzen – das Schulradio ‚kommt an‘.

Was das Radio nicht abdecken kann, sind freilich alle visuellen Bereiche wie Comic oder Foto-Story, aber auch langfristig recherchierte Artikel, Kurzgeschichten, Lehrersprüche und Rätsel sind kaum für ein Radio geeignet.

Ein Schulradio kann und soll eine Schülerzeitung nicht ersetzen; das Schulradio kann die Schülerzeitung vielmehr ergänzen, wie auch anders herum. Die beiden Teams können sich beispielsweise gegenseitig besuchen und über die Arbeit der anderen berichten, oder aber auch gemeinsam ein Thema aufarbeiten und dann in Kooperation veröffentlichen, etwa mittels Audiobeiträgen, die mit dem Smartphone mittels QR-Codes im Artikel aufrufbar sind. Die traditionell reine Print-Zeitung kann so den notwendigen Schritt in die Multimedialität schaffen.

Schulradio und Schülerzeitung sind somit keine Konkurrenten, sondern sich gegenseitig aufwertende Partner, die zusammen das Schulleben von verschiedenen Blickwinkeln dokumentieren und bereichern können.

Artikel Details

Autor
Jonas Deimel
Erstellt am
12.12.2016

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